12. Oktober 2020, SWR2

Kunstraum

 Schon der neue Eingang zur Stuttgarter Wagenhalle ist eine Show für sich: Flankiert von symmetrischen Seitenflügeln, erhebt sich eine Industriefassade aus der Epoche der Dampflokomotive. Dahinter ein topmoderner Veranstaltungsaal und ein weiträumiges Foyer.
Schon der neue Eingang zur Stuttgarter Wagenhalle ist eine Show für sich: Flankiert von symmetrischen Seitenflügeln, erhebt sich eine Industriefassade aus der Epoche der Dampflokomotive. Dahinter ein topmoderner Veranstaltungsaal und ein weiträumiges Foyer.
 „Es ist eben ein Gebäude von 1895, man sieht das jetzt auch noch teilweise, irgendwelche alten Sicherungskästen mit Porzellanfassungen, die an den Wänden sind“, erzählt Robin Bischoff, Vorsitzender des Kunstvereins Wagenhalle.
„Es ist eben ein Gebäude von 1895, man sieht das jetzt auch noch teilweise, irgendwelche alten Sicherungskästen mit Porzellanfassungen, die an den Wänden sind“, erzählt Robin Bischoff, Vorsitzender des Kunstvereins Wagenhalle.
 Vor zehn Jahren waren die Wagenhallen ein exotischer Fleck ganz am Rand der „sauberen Schwabencity“. Erst langsam dämmerte es der Stadt, was für ein Schatz sich in jenem anarchistischen Areal gebildet hatte. Dass die Renovierung der damals baufälligen Halle nicht zur Vertreibung ihrer Kreativbelegschaft führte, grenzt an ein Wunder. – Im Bild: Atelierbesuch bei Stefan Rohrer
Vor zehn Jahren waren die Wagenhallen ein exotischer Fleck ganz am Rand der „sauberen Schwabencity“. Erst langsam dämmerte es der Stadt, was für ein Schatz sich in jenem anarchistischen Areal gebildet hatte. Dass die Renovierung der damals baufälligen Halle nicht zur Vertreibung ihrer Kreativbelegschaft führte, grenzt an ein Wunder. – Im Bild: Atelierbesuch bei Stefan Rohrer
 Die Mietpreise von vier und fünf Euro würden sich genau im geplanten Rahmen bewegen, so Bischoff – damit erlaube man den Künstler*innen sich langfristig zu entwickeln und eine Existenz in der Kulturlandschaft der Landeshauptstadt aufzubauen.
Die Mietpreise von vier und fünf Euro würden sich genau im geplanten Rahmen bewegen, so Bischoff – damit erlaube man den Künstler*innen sich langfristig zu entwickeln und eine Existenz in der Kulturlandschaft der Landeshauptstadt aufzubauen.
 In das Projekt Wagenhallen eingegliedert wurde auf Anraten einer städtebaulichen Jury auch noch das umgebende Außengelände – das Übergangsquartier Container City. Diese Außenfläche dient auch der Weiterentwicklung der verschiedenen Künstler*innen der Wagenhallen. – Im Bild: Eröffnungfeier
In das Projekt Wagenhallen eingegliedert wurde auf Anraten einer städtebaulichen Jury auch noch das umgebende Außengelände – das Übergangsquartier Container City. Diese Außenfläche dient auch der Weiterentwicklung der verschiedenen Künstler*innen der Wagenhallen. – Im Bild: Eröffnungfeier
„Ich finde das Umfeld super, diese Vernetzung mit den ganzen verschiedenen Gewerken, da gibt es Grafiker, da gibt es Architekten, freie Künstler, Skulpturenhauer“, so Thomas Stromberger, Architekt, Bühnenbildner und ebenfalls Wagenhallen-Resident. – Im Bild: Robin Bischoff, Fabian Mayer, eine Jounalistin, Michel Cassertano und Künstler Oliver Köhler
„Ich finde das Umfeld super, diese Vernetzung mit den ganzen verschiedenen Gewerken, da gibt es Grafiker, da gibt es Architekten, freie Künstler, Skulpturenhauer“, so Thomas Stromberger, Architekt, Bühnenbildner und ebenfalls Wagenhallen-Resident. – Im Bild: Robin Bischoff, Fabian Mayer, eine Jounalistin, Michel Cassertano und Künstler Oliver Köhler
 Bei Künstler*innen und Publikum kommt der neue Look der Wagenhallen gut an – auch wenn es für Kettensägen-Skulpteur Thomas Putze schon fast wieder „zu chic“ ist. Und Star-Tänzer Friedemann Vogel fühlt sich gar an einen „Art District irgendwo in Peking“ erinnert. – Im Bild: Thomas Putze klettert blind an einem Stahlträger
Bei Künstler*innen und Publikum kommt der neue Look der Wagenhallen gut an – auch wenn es für Kettensägen-Skulpteur Thomas Putze schon fast wieder „zu chic“ ist. Und Star-Tänzer Friedemann Vogel fühlt sich gar an einen „Art District irgendwo in Peking“ erinnert. – Im Bild: Thomas Putze klettert blind an einem Stahlträger

„Kulturschutzgebiet“: Die renovierten Wagenhallen in Stuttgart

https://www.swr.de/swr2/kunst-und-ausstellung/kulturschutzgebiet-die-renovierten-wagenhallen-in-stuttgart-100.html?startTime=0.00&endTime=242.14

Das Stuttgarter Kunst- und Kulturareal Wagenhallen ist nach dreijähriger Renovierungsphase wieder von den Kreativen bezogen worden. Das Gelände ist im weiten Umkreis einmalig mit seinen Werkstätten aus unterschiedlichsten Sparten – Darstellende und Bildende Kunst, Film, Musik, Design, Architektur und Stadtplanung.

Wichtiger Raum für Kunst bleibt erhalten

Was nur selten Priorität hat, konnte in der badenwürttembergischen Landeshauptstadt in die Tat umgesetzt werden: „Positive Gentrifizierung“ nennt der Kunstverein Wagenhalle den Umbauprozess. Der Bestand ist jetzt auf Jahrzehnte gesichert und das Ziel, den ansässigen Künstler*innen erschwingliche Mieten zu garantieren, wurde fürs Erste erreicht.

Erfolgreiche Wieder-Eröffnung

Bei der Wieder-Eröffnung am Wochenende des 10./11. Oktober 2020 erhielt aber nicht nur die Projektidee, das selbsternannte „Kulturschutzgebiet“, an sich viel Applaus, sondern auch die Durchführung und das Endergebnis begeisterten viele Besucher*innen.

„Wenn man einen Platz für Kunst schafft, hat das eine Bedeutung für die ganze Menschheit.“ Friedemann Vogel, Ballett-Tänzer, bei der Eröffnung