Myths - upcycled
  • So. 03. Jun. 18 -

    So. 26. Aug. 18

  • Myths – upcycled

  • Kunst aus Abfall- und Naturmaterialien in der Kunststation Kleinsassen

    Die klassische Zuordnung von bildender Kunst in die Sparten der Malerei, Graphik und Bildhauerei scheint längst überholt; Objekt- und Medienkunst sind omnipräsent, und Installationen vereinen oft mehrere Genres. Vor allem überraschen KünstlerInnen immer wieder dadurch, dass sie neue, ungewöhnliche Materialien für ihre Aussagen aufgreifen. Hierzu gehören auch Materialien, die die Verbrauchergesellschaft als „Abfall“ hinterlässt, oder Materialien, die aus der Natur gewonnen werden, aber nicht wie besondere Arten von Holz, Stein, Metall und Erden von jeher für Skulpturen und Plastiken nobilitiert sind.
    Im Sommer 2018 lädt die Kunststation zu einer besonderen Kunstbegegnung mit sechs KünstlerInnen aus den USA, aus Tschechien und aus Deutschland ein, die mit solchen ungewöhnlichen „Abfall“-Materialien arbeiten und sie dabei aufwerten, mit ihnen aber auch etwas erzählen und so Kunstobjekte mit gesellschaftsrelevanten Aussagen präsentieren. Dabei zeigen sich auch klar unterschiedliche Positionen im Umgang mit den Recycling-Materialien. Während einige bereits fertiggestellte Arbeiten von den Künstlern mitgebracht werden, entstehen andere Figuren, Objekte und Installationen erst in Kleinsassen selbst, werden vor der Vernissage begonnen und können während der ersten Wochen von den Besuchern im Entstehen betrachtet und begleitet werden. Dabei ist ein direkter Kontakt der Künstler untereinander und mit den Besuchern sowie der Austausch über Ideen und Weltsicht möglich und vom Ausstellungskonzept her auch gewünscht.

    Thomas Putze (Deutschland) ist ein hervorragender Bildhauer, der in Holzfundstücken Wesen entdeckt, die er bildhauerisch um andere Fundsachen und Abfallmaterialien ergänzt und ihnen dadurch zu ihrem eigentlichen „Dasein“ verhilft. Was in Vorgehensweise und Ergebnis vordergründig erheitert, eröffnet letztlich neue Dimensionen im Nachdenken darüber, wie sich aus achtlos Weggeworfenem oder Übersehenem durch geistreiche Eingriffe eine neue lebenspralle Kunst-Welt entwickeln kann.

    Khalil Chishtee (Pakistan/USA) nutzt Müllsäcke, um daraus menschliche Körper zu formen. Seine Geschöpfe agieren miteinander in dem Raum, für den der Künstler sie an Ort und Stelle schafft. So wird Khalil Chishtee auch seine Erzählung erst im offenen Arbeiten in Kleinsassen finden. Mit seinen Installationen erinnert er mahnend daran, dass die Haltbarkeit der Plastiksäcke und damit die Lebensdauer seiner Figuren die menschliche Lebenszeit bei weitem übertrifft.

    Kitty Wales (USA) hingegen verwendet gern Holzmaterialien, die sie vom Sperrmüll einsammelt, und schafft daraus Figuren und das bühnenreife Ambiente für ihre bisweilen heiteren, bisweilen nachdenklichen Geschichten, die ebenfalls inspiriert werden vom genius loci in Kleinsassen.

    Veronika Richterová (Tschechien) ist durch ihre Pet-Art international bekannt geworden. Sie bedient sich der PET-Flaschen, um daraus – in fröhlich-geistreicher und frappierender Weise – Kronleuchter, Seetiere, Pflanzen oder auch andere fantastische Szenerien aufzubauen. Plastikflaschen werden nicht als Müll recycelt, sondern als Kunst für unseren Lebensraum aufgewertet.

    Sabine Burmester (Deutschland) holt sich ihre Materialien oft vom Schrottplatz oder findet sie in der Natur, auf Reisen oder in ihrer nächsten Umgebung. Beispielsweise formt sie aus alten Drähten menschliche Gestalten, gruppiert sie, stellt sie den Galeriebesuchern in den Weg, die so zu einer direkten Auseinandersetzung mit dieser Figurenwelt genötigt werden. Poetisch erscheinende Materialbilder integrieren ebenfalls Metallabfälle und erweitern unsere Sicht um einen neuen Kosmos.

    Max Schmelcher (Deutschland) hat Torf als sein Material entdeckt. Ihn fasziniert die jahrhundertelange Geschichte, die in den Mooren eingeschlossen ist und die er in seinen Wesen wieder ans Licht bringt. Auch in der Rhön gibt es Moore, und was Max Schmelcher mit Torf zu erzählen hat, berührt auch diese Landschaft.

    In begleitenden Studio-Ausstellungen wird das Thema „Upcycling“ vertieft werden.


  • Kunststation Kleinsassen
    An der Milseburg 2
    36145 Hofbieber-Kleinsassen (Rhön)
    Deutschland

    http://kunststation-kleinsassen.de