25.03.2015 / Stuttgarter-Nachrichten / Josef Schunder

Für Sanierung gibt es einen Lenkungskreis

Die Nutzer und Betreiber in den Wagenhallen sollen bei der geplanten Sanierung ihre Ideen und Anliegen einbringen können. Das ist der Grund, weshalb die Stadt sie in einen Lenkungskreis aufnehmen will. Doch bei dem Vorhaben, das bis zu 30 Millionen Euro kosten könnte, möchte die Stadt schlussendlich schon den Ton angeben.

Bild: Die Wagenhallen im Nordbahnhofviertel müssen saniert werden. Die Stadt klärt jetzt, wie man dabei vorgehen will / Foto: Lichtgut/Max Kovalenko

Die Rettungsaktion für die Wagenhallen nimmt Tempo auf. Nicht direkt vor den Sommerferien, sondern schnell nach Pfingsten soll nun der Grundsatzbeschluss für die Sanierung des Kulturzentrums gefasst werden. Das berichteten Teilnehmer eines Gesprächs, das die Stadtverwaltung am Montagabend mit den Akteuren im Kulturzentrum und Vertretern von Gemeinderatsfraktionen führte. Eine ausreichende Mehrheit scheint es im Rathaus zu geben.

Finanzbürgermeister Michael Föll (CDU) berichtete den Nutzern von der Absicht der Verwaltung, die Tangohalle, den Werkstattbereich und die Künstlerateliers für bis zu 30 Millionen Euro zu sanieren. Dafür will sie einen Lenkungskreis, in dem auch die Nutzer kontinuierlich ihre Anliegen zur Sanierung einbringen können, aber trotzdem will die Stadt „den Hut aufhaben“. Stefan Mellmann, der mit Thorsten Gutbrod den Veranstaltungsbereich umtreibt, zeigt sich zuversichtlich: „Wenn wir Nutzer involviert sind, wird das eine gute Planung, und die Wagenhallen werden auch danach noch cool sein.“

Nach der Sanierung will die Stadt keinen Generalpächter mehr, sondern direkt mit dem Kunstverein Wagenhallen sowie den Machern des Veranstaltungsbereichs Pachtverträge haben. Dass die Einnahmen die hohen Investitionen amortisieren, habe er sich abgeschminkt, signalisierte Föll.

Mit dem Grundsatzbeschluss soll auch der Start von umfangreichen Planungsaufträgen verbunden sein. Ob zwischen den Wagenhallen und dem geplanten Rosensteinviertel künftig ein Lärmpuffer etwa durch ein Schulgebäude nötig ist, wird im Rahmen der informellen Bürgerbeteiligung für das Viertel betrachtet. Mit dem Beschluss möchte man die Brandschutz- und Statikgutachter bewegen, den Teilbetrieb der Wagenhallen noch bis Herbst 2016 zu tolerieren.

Dann wird sich eine vermutlich mindestens 15-monatige Schließungszeit anschließen. Dafür suchen Mellmann und Gutbrod einen Ausweichstandort, denn man müsse acht feste Mitarbeiter durchbringen. Außerdem seien weitere Firmen involviert.  „Vorschläge für eine Zwischennutzung sind gern gesehen“, sagte Mellmann. Jetzt hofft er, dass sich wie die CDU und die Grünen noch andere Fraktionen für das Projekt erwärmen. Bisher gilt die SPD als skeptisch, FDP und Freie Wähler gelten als ablehnend. Hannes Rockenbauch (SÖS) soll gesagt haben, man unterstütze das Vorhaben nicht. Zu viel sei ungeklärt.

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