„Niemand hat das Recht zu gehorchen“

»Niemand hat das Recht zu gehorchen«

Förderung des Kulturprojekts „Niemand hat das Recht zu gehorchen“ am Stuttgarter Nordbahnhof durch das Kulturamt Stuttgart.

Hannah Arendt, eine jüdisch deutsch-amerikanische politische Theoretikerin und Publizistin, übte in einem Interview zum Prozess von Adolf Eichmann im Jahre 1964 mit ihrem Zitat „Niemand hat das Recht zu gehorchen“ Kritik am Totalitarismus, dem sich – beispielsweise Eichmann – zu Zeiten des Dritten Reiches, durch die Organisation der Vertreibung, Deportation und Ermordung der Juden, unterworfen hat.

Wir möchten mit diesem Werk – in der unmittelbaren Nähe zur Gedenkstätte „Zeichen der Erinnerung“, dem Deportationsmahnmal der württembergischen Juden, Sinti und Roma – ein klares und neues Zeichen gegen faschistisches Gedankengut und die aktuell zunehmend nationalistisch-politische Lage setzen, die durch bestimmte Parteien, rechten Meinungsmachern oder Gruppierungen und deren Beeinflussung von Politik und Bevölkerung es teilweise sogar bis in Landtage und den Bundestag schafft.

Nam Huynh, Steffen Knöll, Hans-Jörg Seidler, Levin Stadler, Sven Tillack sind Kommunikationsdesigner und Mitglieder des Kunstvereins Wagenhalle.

Ute Beck und Karin Sauerbier / NeckarGold – den Schatz des Neckars heben und leben! / Performance im Rahmen des IBA Plenums #5 / 2020
Stephan Köperl, Rebecca Hennel, Sylvia Winkler / Fluss machen: der Rettungsstern / Performance im Rahmen des IBA Plenums #5 / 2020
IBA Plenum #5 | Winkler & Köperl »Werkstatt«
Sehnsucht-Late-Night-Spezial / Lesung mit Performance / 27. März 2020
Imaginale / Hard Drive / 1. Februar - 8. Februar 2020
STRIKE GENTLY AWAY 2 / Ausstellung von The Real Office im Projektraum / Eröffnung am 29. November / 2019
Experimentierfeld Wagenhalle - Chancen für die Stadtentwicklung zwischen Nordbahnhofstraße und Wagenhallen / Vortragsabend und Podiumsdiskussion in der Architektenkammer Baden-Württemberg / 2019
Arbeitspapier »Transformation C1/C2 – Konzept für eine innovative Entwicklung des Wagenhallen-Quartiers«, 2019
Baustelle / Holzkubus / aktueller Stand: April 2019
katze jagd hund / Ausstellung 2019
Sound of Nachbarschaft / Festival 2019
Reportage 6Tagefrei. Kunstverein Containercity - Containercity Innerer Nordbahnhof Stuttgart (Foto: Ferdinando Iannone)
Internationale Bauausstellung 2027 / IBA Netz
Belobigung beim italienischen Preis für nachhaltige Stadterneuerung / RI.U.SO. 06, Rigenerazione Urbana Sostenibile
Baustelle / aktueller Stand Januar 2019
Tag der offenen Ateliers im Kuturschutzgebiet – Container City – Open Open, 2018
Eine Interimsoper? Unser Statement. Vision Wagenhallen-Quartier -> siehe Menüpunkt OPER
Belobigung beim Deutschen Städtebaupreis / 2019
Humus Sapiens, Ausstellung und Workshop-Programm 26.09-14.10.2018

#Container City - Humus Sapiens

kuratiert von Lisa Biedlingmaier. Die Einladung an Humus Sapiens und Anne-Laure Franchette ist mit der Intention verbunden die Aufmerksamkeit nochmals stärker auf alternative Projekte, den DIY-Geist und soziokulturelles Engagement zu lenken. Die Sorge um die Gentrifizierung des neuen Stadtviertels wächst trotz der Befürwortung der Agenda Rosenstein durch die Stadt. Eigeninitiativen, Gemeinschaft und eine von grossen Konzernen unabhängige Versorgung sind mittlerweile zu politischen Statements geworden und somit Inhalte künstlerischer Auseinandersetzung.

In einem drei tägigen öffentlichen Retreat experimentieren Humus Sapiens im temporären Labor mit Bodenproben, Foraging und Lebensmitteln im Geiste von DIY, peer to peer und grassroots. Sie geben Einblick in das Themenreichtum und die selbstgebauten technischen Instrumente und spekulieren über alternative Bio- und Nahrungsmitteltechnologien. Alle sind eingeladen an dem interdisziplinären Retreat teilzunehmen (citizen science). Resultate werden veröffentlicht mittels Wikis und Workshops.

Ausstellungsdauer:
26.09 – 14.10.2018
Öffnungszeiten:
Samstag 20-23h und nach Vereinbarung: l.biedlingmaier@gmail.com
Retreat/Workshop:
26.09 – 28.09, 10h-19h
Eröffnung:
29.09, 19h
Lecture Performance von Anne-Laure Franchette und Finissage:
13.10, 20h

Das Global Hackteria Network

Naturwissenschaftler, Biohacker, Künstler, Maker, Ökologen und Landwirte entwickeln Projekte und tauschen sich auf offenen, wiki-basierenden Plattformen im Netz zu Themen wie Bioart, open source software/hardware, DIY biology, Kunst-/Wissenschaft-Kollaborationen und elektronische Versuchsdurchführungen.

Maya Minder

lädt mit Gasthaus Fermentation and Bacteria ein, die in der Umgebung wachsenden Pflanzen, Beeren und Früchte identifizieren und weiter verarbeiten. Mit Vorliebe holt sie alte Ernährungsweisheiten aus der Versenkung und erweckt sie zu neuem Leben. Über die Rückgewinnung alter Lebensmittel-Produktionstechniken werden Diskurse eröffnet. Der interdisziplinäre und interkulturelle Dialog unter den Teilnehmenden steht dabei stets im Zentrum und bildet einen Hauptfokus ihrer Praxis.

Die Gesellschaft für mikroBIOMIK

ist ein Verein zur Förderung der intrinsischen Neugier und Partizipation in der Wissenschaft mit Schwerpunkt auf unsichtbare Lebewesen. Es ist ein interdisziplinäres Netzwerk aus Wissenschaftlern, Ärzten, Ökologen, Lehrern, Künstlern und anderen neugierigen Menschen die verschiedenen Strategien zur Verbreitung von Wissen und Erfahrung erforschen.

Anne-Laure Franchette (FR/CH)

Für die Ausstellung am „Marktplatz“ wird Anne-Laure Franchette mit wildwachsenden Pflanzen der Container City und der Baustelle der Wagenhalle arbeiten und so eine ortsspezifische Installation aufbauen. Unkraut wächst unkontrolliert und ist daher in unserer nach Ordnung strebenden Gesellschaft meistens unerwünscht, was eine schöne Analogie zur alternativen Kultur ist. Sie lässt sich nicht eindämmen und schafft sich Raum. Gegossen in transparentes Kunstharz wird in „Archéologie du chantier“ (Archäologie der Baustelle) ein Zustand des Übergangs festgehalten. Eine Verbindung zwischen der prekären Situation in der Container City und der Entwicklung des neuen Stadtteils materialisiert sich. Als würde die Zukunft in der Gegenwart erscheinen. Auf was wollen uns diese „versteinerten“ Zeugen aufmerksam machen?

Ansprechperson: Lisa Biedlingmaier

Eine Produktion des Kunstverein-Wagenhalle. Mit freundlicher Unterstützung vom Kulturamt der Stadt Stuttgart.

Makers of the Future (2018), German Israeli Summer Academy
Re / Edgar Berg / ETAGE, Ausstellungseröffnung 16.6.2018
Makers of the Future, German Israeli Summer Academy / sign up till May 27th

TAUT Residency No. 6: Julian Siffert / Sa 21. April, 19 Uhr

Bestandsaufnahme: Das Museum für Zeitgenössische Kunst - Abteilung Postkarten

Kunstparcours / Lange Nacht der Museen: 17. März von 19:00–2:00 Uhr

Foto: "Tarot Car" von Anne Westermayer

Zukunft! Atelierneubau: Vorrausichtlich nächstes Jahr bezugsfertig!

Baustelle / aktueller Stand: Januar 2018
Theatre Of The Long Now / Einwinterungsfest, 2017, Bureau Baubotanik und Ferl + Hertel
Container City des Kunstverein Wagenhalle, 2017 (Luftbild)

Hurra! Der neue Katalog ist da!

Texte: Robin Bischoff, Dietrich Heißenbüttel, Georg Winter / fotografiert von Thommy West 2017

Kathedrale der Baulust – Workshop und Ausstellung “Baukristalle und Stadtkronen. Architekturvisionen nach dem Ersten Weltkrieg von Bruno Taut” / Ein Umschichten-Workshop in Kooperation mit dem Kunstverein Wagenhalle

Kathedrale der Baulust, 2017
black. Blue skies becoming almost / Musik-Performance, Cyprien Busolini / Ausstellung von Petra Köhle und Nicolas Vermot-Petit-Outhenin
Minigolfbahn von Fei Liu, 2017 — Foto: Ferdinando Iannone
Container Open
Container City

Container Open, Minigolfparcours von 6. – 28. Mai 2017

Dual/Dübel/Duell/Duett - Ausstellung - Martina Wegener und Frédéric Ehlers, 2016
Stuttgartnacht, 2016
»Open Space«
VIVANT, 2016
Hausgeburt — Ruf der Wildnis
PEEKABOO! - Refresh, Refresh (yellow squeeze), bio resin
3 Akte – Das stumme Lied vom Eigensinn, 2016
Faltblatt Kunstverein Wagenhalle e. V., Gestaltung: Levin Stadler
Sie malen immer noch, 2016
Wagenhall Valley, temporäre Künstlerkolonne am Nordbahnhof

Kulturschutzgebiet Wagenhalle jetzt festlegen !

An die
Stadt Stuttgart
Herrn
Oberbürgermeister Fritz Kuhn
Rathaus
Marktplatz 1
70173 Stuttgart
 
10. November 2014
Atelier- und Produktionsort Wagenhallen

Sehr geehrter Herr Oberbürgermeister Kuhn,
in Sorge um die zukünftige Entwicklung des Areals Wagenhallen als Atelier- und Produktionsort für verschiedene künstlerische Sparten und Kulturformen wenden wir uns heute mit diesem Schreiben an Sie, an Kulturbürgermeisterin Susanne Eisenmann und weitere Vertreter aus Politik, Kultur, Medien und Gesellschaft. Für uns als Leiterinnen und Leiter von Kunst- und Kulturinstitutionen dieser Stadt ist die zukünftige Entwicklung des Areals Wagenhallen als Atelier- und Produktionsort von größter Bedeutung. Leider scheinen neu erstellte Brandschutzgutachten die positiven Entwicklungen, die sich nach dem Bürgerhaushalt in diesem Bereich abzuzeichnen schienen, nun zu erschweren. Die Arbeitssituation für die etwa 70 Künstlerinnen und Künstler auf dem Gelände ist im Moment jedenfalls unerträglich und muss dringend sofort und auch langfristig verbessert werden.

Die Wagenhallen in Stuttgart haben sich in den letzten Jahren zu „dem“ Atelier- und Produktionsort in Stuttgart, in der Region und im ganzen Land entwickelt. Hervorragende Künstler, Architekten, Designer, Kulturschaffende verschiedenster Sparten und Altersgruppen arbeiten hier zusammen – sicher nicht unter perfekten, aber unter für Künstler ziemlich idealen Bedingungen. Wer den Prozess „Kultur im Dialog“ in der Stadt verfolgt hat, der weiß, dass in der Stadt ansonsten fehlt, was die Wagenhallen wie kein anderer Ort bietet: Platz und Raum für künstlerische Produktion und professionellen Austausch auf hohem Niveau.

Das hat sich mittlerweile weit über die Stadtgrenzen herumgesprochen. Wer heute in Deutschland mit zeitgenössischer Kunst zu tun hat, der kennt die Wagenhallen in Stuttgart. Auch international werden Kontakte gepflegt, Netzwerke eingebunden. Und wenn wir von den Erfolgen sprechen, dann sprechen wir nicht vom Veranstaltungskulturbetrieb, von Partys, Firmenevents und Konzerten, die einen ganz anderen Bedarf abdecken und für eine bestimmte Szene sicher von Interesse sein mögen. Wir sprechen von Künstlerinnen und Künstlern im freien, angewandten und darstellenden Bereich, die Preise gewinnen, Stipendien bekommen, in großen Ausstellungen vertreten sind, die die kulturelle Szene dieser Stadt auf höchstem Niveau repräsentieren.

Über die Abwanderung vor allem nach Berlin und Leipzig, die allen Kunstinstitutionen dieser Stadt und Region zu schaffen macht, wurde in den letzten Jahren viel geredet; es wurde allerdings wenig dagegen getan – eines der attraktivsten und wichtigsten Argumente zu bleiben, aber waren und sind für viele Künstler die Wagenhallen als Atelier- und Produktionsort, der diesen Namen verdient und mit vergleichbaren Angeboten anderer Städte dieser Größenordnung mithalten kann.

Die Künstler, Architekten, Designer, Performer, Schauspieler, Tänzer und anderes mehr, die im Moment dort arbeiten, haben zu einem großen Teil an unseren Hochschulen studiert, sind von Stadt und Land, teilweise auch vom Bund, mit Stipendien und über Projektmittel gefördert worden, sie arbeiten mit den Institutionen in der Region zusammen, initiieren Aktionen, Ausstellungen, Veranstaltungen, Symposien, Kongresse. Ihre erfolgreiche Arbeit prägt diese Stadt mit, und sie ist für unsere Arbeit unbedingt notwendig.

>Daher sprechen wir uns dafür aus, dass die Arbeitsbedingungen in den Ateliers wieder vernünftig geregelt werden. Es kann nicht sein, dass Künstlerinnen und Künstler zu einer bestimmten Uhrzeit, die ein Veranstalter auf dem Gelände festlegt, ihre Studios verlassen müssen, um dann zu einer anderen Uhrzeit wieder zurückkehren zu dürfen. Wer kann so arbeiten? Sicher muss auch der Konzert- und Eventbetrieb vernünftige Arbeitsbedingungen erhalten, in erster Linie ist dieser Ort aber ein Atelier- und Produktionsort. Auch hinsichtlich der zukünftig dort geplanten Wohnbebauung ist das die einzige zukunftsträchtige Perspektive für das Gelände.

Gleichzeitig gehen wir davon aus, dass der Kunstverein Wagenhallen in alle weiteren Gespräche um die Ertüchtigung der Gebäude eingebunden wird. Eine Luxussanierung ist nicht notwendig und nicht im Interesse der Menschen, die dort arbeiten. Es liegt ein hervorragendes, überzeugendes Konzept der „Zukunftsgruppe Wagenhallen“ vor, das den Brandschutz selbstverständlich mit berücksichtigt. Kein Wunder, schließlich haben einige kompetente Architekten ihre Studios auf dem Gelände – Architekten übrigens, die unter anderem als Mitarbeiter in Lehre und Forschung an den Hochschulen dieser Stadt arbeiten. Wir reden von hoch professionellen, erfolgreichen Kollegen.

Ein Ziel müssen darüber hinaus langfristige Mietverträge zu vernünftigen Bedingungen sein. Das ist auch Kern des Projektvorschlags, der auf dem dritten Platz des Bürgerhaushalts gelandet ist.  Wir bitten Sie daher dringend um Unterstützung der Künstlerszene in den Wagenhallen – in ihrer ganzen Breite und Vielfalt. Für Fragen und Gespräche stehen wir gern zur Verfügung.

Mit freundlichen Grüßen,
Hans D. Christ und Iris Dressler, Württembergischer Kunstverein
 
Martina Grohmann und Marie Bues, Theater Rampe
 
Dr. Ulrike Groos, Kunstmuseum Stuttgart
 
Reinhard Hauff, Galerie Reinhard Hauff Stuttgart
 
Prof. Jean-Baptiste Joly, Akademie Schloss Solitude
 
Markus Merz, Merz Akademie, Hochschule für Gestaltung, Kunst und Medien
 
Bernd Milla, Kunststiftung Baden-Württemberg
 
Elke aus dem Moore, Institut für Auslandsbeziehungen
 
Petra von Olschowski, Staatliche Akademie der Bildenden Künste Stuttgart
 
Prof. Ulrich Wegenast, Film- und Medienfestival gGmbH
 
Adnan Yildiz, Künstlerhaus Stuttgart

Hier gibts den Brief als pdf zum downloaden:
Erklärung Wagenhallen

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Richtigstellung des Kunstverein-Wagenhalle e.V. zum Artikel der Stuttgarter Zeitung vom 17.11.2014: http://www.stuttgarter-zeitung.de/inhalt.wagenhallen-am-nordbahnhof-die-wagenhallen-stehen-auf-der-kippe.7ca0e3b7-8d5d-4dae-8e04-a80c50d893c2.html

In ihrem Artikel schreiben Sie, dass ohne das finanzielle Zutun des Veranstaltungsbetriebs Gutbrod/Mellmann GbR die Wagenhalle schon lange nicht mehr existieren würde. Richtig ist jedoch, dass Investitionen des Veranstaltungsbetriebs ausschließlich in ihre eigenen Räumlichkeiten fließen und nicht der gesamten Wagenhalle zugute kommen, wie es das ursprüngliche Konzept von 2006 eigentlich vorgesehen hatte. Die Gutbrod/Mellmann GbR profitiert erheblich von den Künstlern auf dem Gelände und deren Projekte, die diesem Ort einen besonderen Charme geben. Der Kunstverein-Wagenhalle e.V. spricht sich ausdrücklich gegen eine Erweiterung des Veranstaltungsbereichs aus — der Kunstverein-Wagenhalle e.V. braucht dringend weitere Produktionsflächen.

Weshalb sich die Stuttgarter-Zeitung in ihrem Bericht lieber auf Aussagen eines anonymen „Kenner der Materie“ stützt anstatt mit den Betroffenen selbst zu reden ist dem Kunstverein-Wagenhalle e.V. rätselhaft. Ein Großteil der betroffenen Flächen sind beheizt und werden natürlich auch in den Abendstunden intensiv genutzt. Auch dass Veranstaltungen lediglich in den Abendstunden stattfinden, wie es der anonyme Kenner berichtet, ist schlichtweg falsch. Bei einem Blick in den Veranstaltungs-Kalender den der Veranstaltungsbetrieb dem Kunstverein-Wagenhalle e.V. monatlich vorlegt, wäre schnell zu erkennen gewesen, dass der Beginn der Veranstaltungen jenseits der Partys zwischen morgens, mittags und nachmittags variiert.

Die Mitglieder des Kunstverein-Wagenhalle werden in ihrem Artikel als zerstritten dargestellt. Richtig ist dass der Kunstverein-Wagenhalle vor kurzem einen neuen Vorstand gewählt, und diesen personell aufgestockt hat um handlungsfähiger zu sein. Bei dieser Wahl waren 66 der 88 Mitglieder des Kunstverein-Wagenhalle e.V. anwesend. Unter den 70 Künstlern des Kunstverein-Wagenhalle e.V. herrscht ein reger Austausch und ein grosser Zusammenhalt. Der Kunstverein-Wagenhalle e.V. vertritt und kommuniziert die Meinung des Gros seiner Mitglieder. Dem Kunstverein liegt es fern einen Kleinkrieg anzuzetteln, er tritt lediglich für vernünftige Arbeitsbedingungen seiner Mitglieder ein – und diese sind mit der momentanen Regelung nicht gegeben.

Der Kunstverein-Wagenhalle e.V. bemüht sich seit bekanntwerden der Nutzungseinschränkung um ergebnisoffene Gespräche, jedoch wurde die momentane Lösung dem Kunstverein-Wagenhalle bisher als alternativlos kommuniziert. Wir laden alle Journalisten und besonders die Journalisten der Stuttgarter-Zeitung ein, sich vor Ort selbst ein Bild der momentanen Situation zu machen. Vorstand des Kunstverein-Wagenhalle e.V.

Stuttgart, den 31.10.2014

Statement des Kunstverein Wagenhalle e.V. zur aktuellen Lage & Berichterstattung

Kunst braucht Raum zum Experimentieren. Die Wagenhalle beim Nordbahnhof hat sich in Stuttgart als ein besonderer künstlerisch-kultureller Standort etabliert. Seit nunmehr 10 Jahren arbeiten dort ca. 70 KünstlerInnen unterschiedlichster Gewerke. Im Bürgerhaushalt 2014/2015 ist vorgesehen, die Wagenhalle für eine dauerhafte Nut­zung baulich zu ertüchtigen. Im Zuge der Planungen stellte die Stadt fest, dass im Moment ein Parallelbetrieb von Veranstaltungen der Gutbrod / Mellmann GbR und eine Ateliernutzung der 70 KünstlerInnen des Kunstvereins nicht möglich ist: Die KünstlerInnen, die in der Wagenhalle arbeiten, müssen bei jeder Veranstaltung ihre Ateliers verlassen. Die Entscheidung wann die Arbeitsräume genutzt werden liegt nun nicht mehr in der Hand der KünstlerInnen, sondern wird von den wirtschaftlichen Interessen des Mellmann/Gutbrod GbR bestimmt. Die Termine der Veranstal­tungen werden nicht mit dem Kunstverein Wagenhalle e.V. abgestimmt, sondern werden von den Veranstaltungsbetreibern festgelegt.

Ohne Transparenz und unter Entscheidungsdruck wurde der Vorstand des Kunstver­ein Wagenhalle e.V. bei einem Termin Anfang September dazu aufgefordert, einer Regelung zuzu­stimmen, ohne mit den KünstlerInnen vor Ort, die Problematik einer eingeschränkten Nutzung ihrer Arbeitsräume besprechen zu können. In der Praxis bedeutet dies, dass an bis zu 5 Tagen pro Woche Veranstaltungen stattfinden werden. KünstlerInnen arbeiten jedoch zu jeder möglichen Tages- und Nachtzeit, auch an Sonn- und Feiertagen und haben oft feste Termine wie z.B. Ausstellungen oder Premieren. Die Arbeiten laufen in intensiven Phasen und grundsätzlich am Stück und können nicht mehrmals pro Woche unterbrochen werden. Eine eingeschränkte Nutzung der Arbeitsflächen ist für viele KünstlerInnen eine existenzielle Bedrohung.

Der Kunstverein Wagenhalle e.V. hatte im Oktober Nachverhandlungen gefordert, die kaum Verbesserungen erwirkt haben. Diese Regelung läuft seit dem 27. Oktober und wurde 4 Wochen vorher bekannt gegeben. Die KünstlerInnen sollen einen Zusatz zum Vertrag unterschreiben, der Ihnen den Aufent­halt in ihren Arbeitsräumen während den Veranstaltungen untersagt. Eine Projekt­planung ist für die KünstlerInnen durch diese Regelung unmöglich geworden. Ein Aderlass von hoch qualifizierten KünstlerInnen, die sich schon in der Kunst und Kulturszene eta­bliert haben, ist ein herber Verlust für den Standort Wagenhalle und die Kultur­landschaft Stuttgarts. Ein Ende dieser untragbaren Situation, die sich etliche Jahre hinziehen kann, ist nicht absehbar.

Unsere Vision

Der Kunstverein Wagenhalle e.V., der mit seinen 70 KünstlerInnen in der zeitgenössischen Kunst- und Kulturwelt voll angekommen ist, sieht die Zukunft der Wagenhalle als ein Generationen übergreifendes Kunst- und Kulturzentrum, als Marktplatz und Herz im neuen Stadtviertel Rosenstein. Unser Ziel ist es, die Produktionsstätte Wagenhalle in eine tragfähige Struktur als ein selbst verwaltetes und sich selbst tragendes Projekt zu übertragen. Dabei steht der Ausbau von zusätzlichen und größeren Produktionsflächen durch wachsende Notwendigkeit im Vordergrund. Eine zukünftige Nutzung beinhaltet auch eine Veranstaltungsfläche, die sinnvoll im späteren Wohngebiet funktionieren muss und Kulturveranstaltungen beherbergt.

Wir fordern deshalb die Stadt Stuttgart und alle Beteiligten auf, Gespräche auf Augenhöhe zu führen, um die Situation für den Kunstverein Wagenhalle e.V., seine 70 KünstlerInnen und damit auch für eine lebendige kulturelle Stadt deutlich zu verbessern.

Kunstverein Wagenhalle e.V.
Innerer Nordbahnhof 1
70191 Stuttgart

kontakt@kunstverein-wagenhalle.de
www.kunstverein-wagenhalle.de